Ratgeber · Gründung und Gewerbe · Stand
Ab wann ist man Autohändler? Wie viele Autos Sie privat verkaufen dürfen
Eine feste Zahl gibt es nicht. Gewerblich handeln Sie, sobald Sie Fahrzeuge kaufen, um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen, und das wiederholt tun wollen. Dann brauchen Sie eine Gewerbeanmeldung, der Gewinn ist steuerpflichtig, und Ihre Käufer haben gegen Sie die Rechte wie gegen einen Händler.
Woran wird gewerblicher Handel erkannt?
Am Zweck und an der Wiederholung. Steuerlich ist ein Gewerbe eine selbständige, nachhaltige Tätigkeit mit der Absicht, Gewinn zu erzielen (§15 Absatz 2 EStG). Nachhaltig heißt: Sie wollen es wieder tun. Schon der erste Ankauf kann gewerblich sein, wenn er erkennbar der Anfang einer Reihe ist.
Typische Anzeichen sind Fahrzeuge, die nur kurz auf Ihren Namen laufen oder gar nicht umgemeldet werden, mehrere Inserate gleichzeitig, Ankäufe gezielt unter Marktwert und Aufbereitung vor dem Verkauf. Wer so arbeitet, wird von Finanzamt und Gerichten als Händler gesehen, gleich wie viele Fahrzeuge es im Jahr sind.
Wie viele Autos darf ich privat verkaufen?
So viele eigene Fahrzeuge, wie Sie tatsächlich selbst genutzt haben. Wer sein Auto nach drei Jahren verkauft, das Auto der Eltern abgibt oder den Zweitwagen loswird, handelt privat, auch wenn das zweimal im Jahr vorkommt.
Die oft genannten Zahlen, etwa drei oder fünf Fahrzeuge im Jahr, stehen in keinem Gesetz. Sie sind Faustregeln aus Foren. Entscheidend ist, ob Sie die Fahrzeuge zum Weiterverkaufen gekauft haben.
Muss ich auf einen privaten Autoverkauf Steuern zahlen?
In aller Regel nicht. Ein Auto ist ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs, und dessen Verkauf ist nach §23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Satz 2 EStG kein privates Veräußerungsgeschäft, auch innerhalb eines Jahres nach dem Kauf nicht.
Anders ist es, sobald der Handel gewerblich ist. Dann ist der Gewinn einkommensteuerpflichtig, ab dem Freibetrag fällt Gewerbesteuer an, und auf die Verkäufe Umsatzsteuer, sofern Sie nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen.
Was passiert, wenn ich ohne Gewerbe handle?
Das Gewerbe nicht anzumelden ist eine Ordnungswidrigkeit. Schwerer wiegt die Steuer: Stellt das Finanzamt nachträglich einen Gewerbebetrieb fest, setzt es Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer für die zurückliegenden Jahre fest, samt Zinsen.
Und zivilrechtlich sind Sie dann Unternehmer. Ihre Käufer haben zwei Jahre Gewährleistung, und der Satz "gekauft wie gesehen" in Ihrem Vertrag ist unwirksam. Auch ein als Privatverkauf getarnter Verkauf ändert daran nichts; das Gesetz erfasst ausdrücklich Umgehungen (§476 Absatz 4 BGB).
Wie fange ich richtig an?
Mit der Gewerbeanmeldung vor dem ersten Ankauf, siehe Autohandel gründen. Danach kaufen Sie mit einem schriftlichen Ankaufsvertrag an, damit Herkunft und Steuerfall belegt sind, und verkaufen mit einem Vertrag, der zur Rechtslage passt. Diese Belege legt wagenpuls je Fahrzeug an, ab dem ersten Ankauf.
Häufige Fragen
- Zählt der Verkauf meines eigenen Autos mit?
- Nein, solange Sie es selbst genutzt und nicht zum Weiterverkauf gekauft haben. Selbst Händler verkaufen ihren privaten Wagen privat.
- Darf ich Autos für Freunde verkaufen?
- Gelegentlich und ohne Provision ist das kein Gewerbe. Wer es regelmäßig gegen Geld tut, betreibt eine Vermittlung, und die ist ebenfalls anzumelden.
Rechtsgrundlagen und Quellen
Zuletzt fachlich geprüft am . Die Angaben sind sorgfältig zusammengetragen und ersetzen keine Beratung durch Steuerberater oder Anwalt.